Ehedem zeigte sich ein Jeder immer nur mit Hut. Heute haben Wollmützen und Sportkappen den Hut abgelöst, nicht aber beim Conservativen. Beim Sport trägt er allerdings gern windfeste Schirmmützen.

In geschlossen Räumen nimmt der Conservative stets den Hut ab (auch bei Andachten im Freien), die conservative Dame behält ihn auf. Früher ließ der König denselben auch in Salons an in der Annahme, er sei überall zu Hause.

Der conservative Altbauer des alpinen Umfelds behält den Hut auch in der Wirtschaft nach dem Kirchgang an, dem Jungbauern steht dieses Vorrecht aber nicht zu.

Bei Begrüßungen im Freien nimmt der conservative Herr den Hut ab. Beim Uniformträger gehört die Kopfbedeckung zur Grundausstattung, auch die Jacke wird nicht abgelegt.

Hutformen variieren, der Conservative achtet auf die unterschiedlichen Einsatzgebiete.

Den Homburg trug man zum sog. Stresemann — Einsatzorte eigentlich nicht mehr existent — und er passt immer noch zum schwarzem Anzug bei förmlichen Anlässen.

Anzug und Mantel lädt den Altconservativen zur Melone ein, jene mit modischer Ausrichtung in brauner Farbe. In der Nazizeit als Symbol der verpönten Hochfinanz geächtet, wurde die Melone auch als Zeichen des stillen Protests getragen. Mittlerweile bei uns zu Lande so unüblich, dass der Träger die Vermutung der Exzentrik in Kauf nehmen muß.

Der Zylinder — grau zum Cut (bis zur Mittagszeit) , schwarz zu Frack und Paletow — wiewohl kleidsam die Figur streckend — zum Glück außer Mode und wegen seiner hohen Röhrenform auch unpraktisch, stört aber nicht den Dressurreiter bei Turnieren.

Zur Unterhaltung anderer Teilnehmer von Gesellschafsjagden sind am Jagdhut mitunter Trophäenreste und Jagdabzeichen untergebracht

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